Bienengesundheit

Bienengesundheit

Was tun wir als Hobbyimker für die Gesundheit unserer Bienen?

Wir haben unsere Betriebsweise seit 2018 wie folgt angepasst:

Nach der letzten Honigernte erhalten fast alle Völker eine junge Königin. Spätestens nach zwei Jahren werden die Königinnen ausgetauscht. Dies sichert die Vitalität des Bienenvolkes und minimiert die Gefahr von Winterverlusten. Gleichzeitig werden alle Brutwaben entnommen und gegen frische Mittelwände ausgetauscht. Mit diesem einfachen biomechanischen Verfahren werden ca. 80% aller Varroamilben dem Volk entnommen. Ganz ohne Einsatz von Chemie!

Die Restentmilbung wird schonend mit Kleesäure (Oxalsäure) durchgeführt. Kleesäure ist eine organische Säure und kommt in hohen Konzentrationen auch in Rhabarber vor.

Alle Beuten sind durch die gut isolierte Segeberger Beute ersetzt, um einen optimalen Start der Völker im Frühjahr zu gewährleisten.

Jeweils Ende März entnehmen wir jedem Volk eine Futterkranzprobe und schicken sie zum Veterinäramt.

Mit dem Ergebnis beantragen wir beim Veterinäramt ein Gesundheitszeugnis.

Segeberger Beuten

Ende August 2017 waren wir bei der AFB Sanierung (Amerikanische Faulbrut) einer Berufsimkerei in Sachsen als Helfer tätig.

Hier konnten unter großen Anstrengungen 470 Völker gerettet werden.
An zwei Tagen konnten wir unter Anleitung des internationalen Bienenexperten Guido Eich vom LAVES Celle bei der Rettung von zahlreichen Bienenvölkern helfen.
Der Einsatz war sehr lehrreich, aber auch körperlich sehr anstrengend. Zum Einsatz kam auch das Gesundheitsmobil des Landesverbandes Brandenburg.

Alle Bilder von Imkerfreund Norbert Reinhardt.

Gesundheitsmobil

AFB Sanierung

Kunstschwarmbildung mit Entnahme aller Waben

Kunstschwarmbildung

Kunstschwarmbildung und Entsorgung aller Waben

Reinigung aller Materialien mit kochendem Ätznatron

Faulbrut ist eine bakterielle Brutkrankheit und gilt in Deutschland als Tierseuche. Für den Menschen ist die Seuche ungefährlich. Die Bezeichnung bezieht sich auf das Ursprungsland, tritt aber weltweit auf. Die Übertragung erfolgt über Sporen durch Körperkontakt und Futteraustausch. In den Därmen der Bienenlarven keimen die Sporen aus und vermehren sich. Die Larve stirbt und damit geht das ganze Bienenvolk zugrunde.

Nach Festellung der AFB übernimmt das zuständige Veterinäramt die notwendigen Maßnahmen. Meist ist nicht nur eine Imkerei, sondern viele Imkereien im Umkreis befallen. Die Völker werden beprobt, um zu entscheiden, wie mit der Bekämpfung der Seuche zu verfahren ist. Das Veterinäramt kann die Abtötung aller befallenden Völker oder eine AFB-Sanierung anordnen. Sanierung bedeutet, Verkunstschwarmung aller Völker und Desinfektion aller Beuten. Das Wabenmaterial wird vernichtet oder eingeschmolzen.

Um dem Ausbruch der AFB vorzubeugen, werden in unserem Landkreis alle Bienenvölker einer jährlichen Beprobung unterzogen. Das sogenannte AFB Monitoring. Hiermit können rechtzeitig Seuchenherde erkannt und beseitigt werden. Im oben genannten Fall wurde dieses Monitoring in dem Landkreis bisher nicht durchgeführt. Die Stadt Dresden beispielsweise ist seit Jahren AFB Seuchensperrbezirk. Man bekommt die AFB dort nicht in den Griff. Aber auch in Stadtbezirken Berlins treten regelmässig Faulbrutfälle auf.

Umso wichtiger ist die Anmeldung beim zuständigen Veterinäramt und die Teilnahme am jährlichen AFB-Monitoring und die freiwillige Beprobung über Futterkranzproben!